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Von der Kegelbahn zum Bistro: Auf der Mänziwilegg kehrt neues Leben ein

 

Wo einst das bekannte Ausflugslokal stand, begrüsst das Wirtepaar Daniel und Monica Arm künftig wieder Gäste. Passend zum Namen "Mänziwileggli" jedoch in kleinerem Rahmen als bis zur Schliessung vor rund einem Jahr.

 

An Stelle der ehemaligen Kegelbahn erwartet die Gäste im neu entstandenen Bistro eine Mischung aus urchigen und modernen Elementen. Auf den Holztischen stehen rosafarben Orchideen, die Flaschen im angrenzenden Weinkeller sind fein säuberlich beschriftet und hinter der Theke findet soeben noch ein Bild mit eine Harley seinen Platz. Alles scheint bereit für die Eröffnung von nächster Woche.

 

Neues Inventar für den Neustart

Dennoch eilt Monica Arm noch geschäftig hin und her. "Wir hatten nicht einmal mehr Kaffeelöffeli", erinnert sie sich lachend. Im Dezember 2015 beendeten sie und ihr Ehemann Daniel nach rund 40 Jahren die Wirtetätigkeit und schlossen das Restaurant Mänziwilegg. Bis auf eine Kaffeemaschine verkauften sie das gesamte Inventar. Sie wollten altershalber kürzer treten und mehr Zeit mit ihrer Tochter und deren Familie verbringen – eine Wiedereröffnung des Restaurants war zum damaligen Zeitpunkt nicht angedacht.

"Viele sprachen uns an, wieso wir aufgehört haben", erklärt Monica Arm den kurz bevorstehenden Neuanfang. Auch hätten sie erlebt, dass Pensionierte, die nicht mehr aktiv waren, krank wurden. Dasselbe Schicksal wollten die 60-Jährige und ihr sieben Jahre älterer Ehemann nicht erleben. So wurde das ehemalige Restaurant zwar wie geplant zu Wohnungen umgebaut. Der ursprüngliche Plan, aus der Kegelbahn einen Partyraum zu machen, wurde so jedoch nie umgesetzt. "Während des Umbaus entstand die Idee, ein Bistro zu eröffnen."

Umbau für rund 2 Millionen

Rund 2.4 Millionen Franken investierten Arms in den Gebäudeumbau. Wo sich zuvor Restaurant, Küche und Wirtewohnung befanden, liegen nun fünf moderne Miet-Wohnungen und ein Studio. Das im Untergeschoss entstandene Bistro und die neu angebaute Terrasse bieten Platz für insgesamt 80 Gäste. "Eigentlich ist dies schon zu gross", sagt Monica Arm in Hinblick auf das geplante Kürzertreten mit einem Lächeln.

Ein unkompliziertes Konzept soll jedoch dafür sorgen, dass der Betrieb nicht gleich hektisch wird, wie vor der Schliessung. Dazu tragen einerseits die Öffnungszeiten bei. So kann man auf der Mänziwilegg künftig lediglich von Mittwoch bis Samstag einkehren. Damit Restaurationsbetrieb und Mietwohnungen miteinander vereinbar sind, ist zudem spätestens um 22 Uhr Schluss. Andererseits gibt es im Bistro keine "riesen Speisekarte" mehr, sondern einige wenige Sachen. Darunter regelmässig auch Spezialitäten, wie das US-Beef, für dessen Zubereitung Daniel Arm bereits zu "Mänziwilegg"-Zeiten bekannt war.

Zeit zum Verweilen

Das Wirtepaar möchte mit dem Bistro vorwiegend Gäste ansprechen, die sich die Zeit nehmen einzukehren. So plant Daniel Arm, nicht nur fürs Kulinarische zu sorgen, sondern gemeinsam mit seiner Ehefrau auch den Service zu übernehmen. "Eifach schön ruhig söus si", sagt Monica Arm. Unterstützung erhalten sie bei Bedarf von der ehemaligen "Mänzwilegg"-Köchin, einem temporären Angestellten sowie ihrer gemeinsamen Tochter, die ebenfalls über das Wirtepatent verfügt.

Ende Jahr wird dann Bilanz gezogen und über das weitere Bestehen des „Mänziwilegglis“ entschieden. Auch wenn der hektische Wirtealltag nicht mehr zurückkehren soll, schlaflose Nächte haben Arms im Vorfeld der Eröffnung dennoch. "Es ist ein hoher Sprung ins kalte Wasser, da wir gar keine Erfahrungswerte für das neue Beizli haben", sagt Monica Arm. "Bei all diesen neuen Geräten muss ich fast nochmals eine Kochlehre machen", fügt ihr Ehemann schmunzelnd an, bevor er in der Küche verschwindet, um sich den letzten Vorbereitungen zu widmen.